Das Auto – unser Freund, Begleiter und Kostenfresser

Ist die Ära der zwei-Autos Familie zu Ende?

“Seit den Anfängen des Autos gab es in der Branche keine Phase solcher Innovationskraft”, so Gary Silberg, der bei KPMG den Bereich Automotive verantwortet.

KPMG als eines der führenden Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen in Deutschland stellte sich die Frage: Ist die Ära der zwei-Autos Familie zu Ende? Alles began 1912 als Henry Ford das Model T auf den Markt brachte – das Auto wurde zum wertvollsten Besitz der Menschen. Der Wohlstand einer Gesellschaft wurde plötzlich an den umherfahrenden Autos gemessen.

Aber warum möchten die Menschen ein Auto besitzen? Die Antwort liegt auf der Hand: die Freiheit und Flexibilität immer dorthin zu gehen, wo man hinmöchte. Man möchte mobil sein, alles gut transportieren können und natürlich auch die Bequemlichkeit.

Aber was, wenn es plötzlich neue Konzepte gibt, die genau das in den Städten ermöglichen? Privates Carsharing, Angebote wie DriveNow und car2go, sowie neue Taxi-Apps erschaffen die Mobilität in den Städten ganz neu.

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Just-In-Time Mobilität

Diese “Just-in-Time” Mobilität verändert die Branche. Und während immer mehr Menschen in die Städte und Metropolen ziehen, werden die Wünsche nach neuen Lösungen laut.

Für Deutschland zeichnet sich ab, dass junge Menschen in den Städten zwar Autos benutzen möchten, aber häufig auf den Besitz verzichten. Das Image des Autos scheint sich zu verändern – die Marke verliert an Bedeutung, während Freiheit und Mobilität wichtiger werden. Aber die Generation der Jungen war immer innovativ und rebellisch – mit Mitte 30 nahmen viele dann doch die Muster ihrer Eltern an. Ist das bei dem Auto anders? Befinden wir uns in einer Übergangsphase?

Eine Vermutung: Junge Menschen in den Städten gewöhnen sich an neue Mobilitätsformen. Das Auto für innerstädtische Fortbewegung erscheint ihnen unpraktisch – Carsharing, U-Bahn und Fahrrad eignen sich viel besser. Diese neue Art der Mobilität in der Stadt wird zur Gewohnheit. Auch mit 50 werden diese Menschen noch aktiv überlegen, welches Verkehrsmittel gerade am geeignetsten ist. Das Auto wird nur dann benutzt, wenn es sinnvoll ist: zum Beispiel für Ausflüge außerhalb der Stadt oder einer Urlaubsreise.

Man kann nur erahnen, was das für einen Einfluss auf die Automobilindustrie hat und auf die Innovationskraft innerhalb dieser Branche.

Einer diese innovativen Zweige ist die Elektromobilität. Bis 2020 wollte die Bundesregierung eine Millionen Elektroautos auf deutschen Straßen fahren sehen. Anfang diesen Jahres gab es lediglich 19.000 reine E-Autos. Da steht schnell die Schuld-Frage im Raum. Viele Autohersteller, so Daimler und Porsche, sehen die Verantwortung dafür in der Bundesregierung. Sie wollen mehr Unterstützung.

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Unter Strom – die Probleme der E-Autos

Auch im Carsharing-Geschäft tun sich Elektroautos noch schwer. Hier überwiegt bei den Kunden oft die Angst wegen eines leeren Akkus liegen zu bleiben. Für die Betreiber stellt sich immer die Frage: Wo und wie lade ich das Auto wieder auf? Für car2go war das Geschäft in Berlin nicht rentabel. Das dünne Netz an Ladestationen in Berlin reichte nicht aus, um die E-Autos optimal auszulasten.

Die Lösung wäre wohl eine flächendeckende Durchdringung der Städte mit solchen Stationen, verbunden mit der staatlichen Subventionierung. Bei DriveNow hofft man, dass die Infrastruktur nachzieht, sobald die Autos da sind.



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