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Was gibt es bei der Ersten Hilfe zu beachten?

Sicherheit auf der Straße muss gewährleistet sein. Egal, ob du mit Drivy unterwegs bist oder mit deinem eigenen Auto fährst, einige Grundkenntnisse der Ersten Hilfe sollte jeder Verkehrsteilnehmer beherrschen. Oftmals stellt sich aber gerade in Notfallsituationen heraus, dass wichtige Erkenntnisse verblasst sind und die Angst, etwas falsch zu machen, viele vom Helfen abhält. Im Interview erklärt Stefan Osche vom Deutschen Roten Kreuz Generalsekretariat, dass das gar nicht sein muss.

 

Im Interview: Stefan Osche vom Deutschen Roten Kreuz Generalsekretariat

 

Sofern man kein Ausgebildeter Rettungssanitäter, – assistent, Arzt oder Krankenpfleger ist, wird das Wissen über Erste Hilfe wohl weniger auf den Prüfstand gestellt. Daher können einem im Ernstfall bestimmt auch Fehler unterlaufen. Aber zeichnet sich dort auch ein Trend ab, was immer wieder falsch gemacht wird?

Was sind aus Ihrer Erfahrung die häufigsten Irrtümer/Fehler, die Menschen bei der Ersten Hilfe machen?

S. Osche: “Die allgemeine Einstellung, dass jemand anderes schon was tun wird, und man selbst nicht helfen kann, ist der größte Fehler. Außerdem ist häufig zu sehen, dass Menschen sich nicht trauen zu helfen, aufgrund fehlender Kenntnisse der Ersten Hilfe. Was aber auch häufig außer Acht gelassen wird, ist, dass Menschen nicht immer gleich jemanden wiederbeleben müssen. Bei den meisten Unfällen reicht schon, wenn man den Notruf wählt, und zum Beispiel die Unfallstelle absichert oder die Beteiligten tröstet. Auch das ist Teil der Ersten Hilfe.

Sehr häufig lässt sich beobachten, dass die Menschen darauf warten, dass jemand anderes mit der Ersten Hilfe beginnt, bevor man selbst mit anpackt. Diese Vorbehalte sind da, aber nicht nötig. Bei der Ersten Hilfe braucht man keine Angst haben.”

 

Beruhigend zu wissen also. Statistiken bestätigen dies. Von den 399 872 im Straßenverkehr verunglückten Personen des letzten Jahres waren 82% leicht verletzt. Dadurch braucht man im Großteil der Fälle niemanden reanimieren, sondern häufiger Prellungen, leichte Wunden und Schnitte behandeln. Aber gibt es eigentlich auch gewisse Grundsätze, die man immer beachten sollte?

 

Welche Faustregeln gibt es bei der Ersten Hilfe? Was wären aus Ihrer Sicht die wichtigsten Tipps? Wie verhält man sich richtig?

 

S. Osche: “Natürlich sollte man sich selbst nie in Gefahr bringen, um jemand anderes zu helfen. Daher ist das Wichtigste, sich einen Überblick über die Situation zu verschaffen und die Unfallstelle abzusichern.

Gerade beim Notruf sollte man immer darauf achten, dass man den genauen Standort angibt. Auf der Autobahn sollte man unbedingt die Fahrtrichtung angeben. Falls man sich schwer orientieren kann, kann man auch ganz einfach Standort-Apps verwenden. Das DRK hat außerdem eine eigene interaktive App, die auch als Anleitung für die Erste Hilfe agieren kann. Dort findet man Tipps, Anleitungen und auch den genauen Standort, den man an den Notruf weitergeben kann.

Als wichtigste Faustregel der Ersten Hilfe gilt ganz klar: keine Angst haben. Am besten schaut man zum Beispiel, ob jemand auf dem Boden liegt, ob derjenige ansprechbar ist, und ob derjenige atmet. Falls keine normale Atmung festgestellt werden kann, sollte man 30 Mal auf das Brustbein drücken, und im Idealfall zweimal beatmen, weiter drücken, und so weiter. Wer sich das Beatmen nicht traut, kann darauf auch kurzzeitig verzichten, bis weitere Hilfe eintrifft.”

 

Wenn man die Tipps beachtet, kann es also los gehen. Aber wie sieht eigentlich die Gesetzeslage aus? Ist man zur Ersten Hilfe verpflichtet?

Mit tipps der Ersten Hilfe sicher durch den Verkehr

Was sollte man unbedingt vermeiden / auf gar keinen Fall tun? Kann ich mich schuldig machen, wenn ich etwas falsch mache?

 

S. Osche: “Das Schlimmste was man machen kann, oder der größte Fehler, ist nichts tun. Außerdem sollte man sich nie selbst in Gefahr bringen oder achtlos handeln, z.B. indem man planlos ins Unfallgeschehen hineinläuft.

Man kann sich als Ersthelfer nicht schuldig machen, wenn man etwas falsch macht. Ersthelfer befinden sich schließlich in einer Notfallsituation. Das einzige, wofür man sich strafbar machen kann, ist nichts tun, denn das ist unterlassene Hilfeleistung.”

 

Laut Gesetzeslage kann das übrigens mit hohen Geld- oder sogar Freiheitsstrafen geahndet werden.  Daher lieber einmal mehr zum Telefon greifen und den Notruf wählen, denn damit ist man immer auf der sicheren Seite. Außerdem kann mich sich auf verschiedene Wege Informationen zur Ersten Hilfe beschaffen, wenn das Gedächtnis etwas nachlassen sollte.

In welchen Abständen sollten Autofahrer einen Erste-Hilfe-Kurs machen?

 

S. Osche: “Wir empfehlen alle zwei Jahre einen Erste-Hilfe-Kurs zu besuchen. Der ist hilfreich, da die Wahrscheinlichkeit, in eine Notfallsituation zu gelangen, mit der Zeit steigt. Gleichzeitig verblassen aber wichtige Kenntnisse der Ersten Hilfe. Die Erste-Hilfe-Kurse kann man an einem Tag in 9 Unterrichtseinheiten absolvieren, die Kosten sind dabei minimal. Die Kurse sind interaktiv und realitätsnah, und die Aufgaben werden mit Spaß vermittelt.”  

 

Aber oftmals möchte man nicht einen komplett neuen Kurs machen, sondern lediglich sein Wissen etwas erneuern.

Gibt es „Auffrischungskurse“, die ein Autofahrer wahrnehmen kann?

 

S. Osche: “Ja, gibt es. Diese Auffrischungskurse sind kürzer als die regulären Erste-Hilfe-Kurse, und werden auf Nachfrage basierend von den einzelnen Kreisverbänden angeboten. Am besten informiert man sich einfach bei der lokalen DRK-Stelle.”

 

Abseits der direkten Ersten Hilfe gibt es doch aber bestimmt auch noch anderes Verhalten, dass den Rettungskräften ihre Arbeit erleichtert.

Autobahn Rettungsgasse ist wichtiges Element der Ersten Hilfe

Wie kann man, abgesehen von der Ersten Hilfe, den Rettungsassistenten und -sanitätern behilflich sein?

 

S.Osche: “Ganz klar: Durch Bilden einer Rettungsgasse beim Stau. Viele Autofahrer bilden diese Rettungsgassen im Stau erst dann, wenn sie ein Blaulicht sehen. Das ist allerdings viel zu spät, denn dann wird das Rangieren schwierig und kostet Zeit. Die Rettungsgasse bildet man, indem die Autos der linken Spur an den linken Rand fahren, während die Autos der mittleren und der rechten Spur nach rechts fahren. Außerdem sollte man niemals selbst diese Rettungsgasse befahren, um schneller im Stau voranzukommen. So etwas behindert unsere Arbeit nämlich ungemein.“

 

Du siehst also, soviel Know-How gehört gar nicht dazu, um Verletzten direkt oder indirekt zu helfen.

Wir bedanken uns herzlich bei Stefan Osche für seine Zeit und Bereitschaft, uns mit seinem Fachwissen zu bereichern.



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